Stellungnahme der Gewerkschaft GPA zu „Amazon sucht Mitarbeiter aus Militär“

Einführend möchte ich festhalten, dass es bei der ursprünglichen Diskussion in erster Linie um die Arbeitsbedingungen bei dem Konzern Amazon ging. Unsere intensiven Kontakte mit den europäischen Gewerkschaften, in erster Linie mit unserer Schwestergewerkschaft verdi in Deutschland, machen deutlich, dass die Arbeitsbedingungen für die Angestellten in diesem Bereich oft problematisch und die Beschäftigten einem enormen Druck ausgesetzt sind.

Dadurch, dass wir in Klagenfurt kurz vor der Eröffnung eines Amazon-Verteilerzentrums stehen, haben wir natürlich einen gewerkschaftlich genauen Blick auf die Entwicklungen.

Vergangene Woche wandte sich die Kärntner WOCHE an die Pressestelle des ÖGB Kärnten und in weiterer Folge an mich als Geschäftsführerin der zuständigen Gewerkschaft GPA, um eine Meinung bezüglich einer aktuellen Stellenausschreibung für den Standort Amazon Klagenfurt, in der vorrangig Leitungspositionen im Unternehmen mit Personen mit militärischem Hintergrund besetzt werden sollen, einzuholen.

In meinen Erläuterungen ging es um die Arbeitsbedingungen und den wachsenden Arbeitsdruck bei Amazon, sowie um gewerkschaftlichen Präsenz im Betrieb durch eine angestrebte Betriebsratskörperschaft.

Es war nicht meine Intention, die Managementkompetenzen von Führungskräften des österreichischen Bundesheeres in Abrede zu stellen.

Ich durfte ein intensives Gespräch mit Herrn Vizeleutnant Maximilian Buchbauer führen, im Zuge dessen ich einen sehr guten Ein- und Überblick über die Hierarchien des Bundesheeres und den Soldatenberuf gewinnen konnte.

Aktuell haben wir in vielen Wirtschaftsbereichen einen großen Bedarf an Fachkräften, weshalb Führungskräfte massiv gefordert sind Mitarbeiter*innen im Betrieb zu halten. Viele Unternehmen setzen mittlerweile auf Maßnahmen wie eine vier-Tage- oder eine 30-Stunden-Woche bei vollem Lohn- und Gehaltsbezug. Das sind Entwicklungen die wir im Sinne der Arbeitnehmer*innenentlastung und -Bindung sehr begrüßen und unterstützen.

Im Bundesheer und in der Wirtschaft sind – je nach Situationslage – verschiedene Managementkompetenzen anzuwenden und falls sich Soldat*innen und Heeresmitarbeiter*innen von meiner Wortwahl angegriffen gefühlt haben, möchte ich klarstellen, dass dies nicht meine Intention war.

Es handelt sich bei gewissen Formulierungen mit Sicherheit um ein kommunikatives Missverständnis.

Abschließend möchte ich noch festhalten, dass wir aus Erfahrungen wissen, dass das österreichische Bundesheer ein guter uns sicherer Arbeitgeber ist und solide Ausbildungen anbietet. Unsere Erkenntnisse zeigen allerdings, dass gerade Amazon soziale Kompetenzen gegenüber dem Mitarbeiter*innen missen lässt – weswegen es mir immer wichtig ist, die aktuellen Arbeitsbedingungen zu hinterfragen und klarzustellen.  

Persönlich möchte ich noch anmerken, dass mich im Zuge der Debatte einige Schreiben erreicht haben, die in Wortwahl und Schreibstil irritierend bis beleidigend waren. Auch diese Art der Kommunikation nach außen, sollte meiner Ansicht nach noch einmal überdacht werden.

Jutta Brandhuber

Geschäftsführerin Gewerkschaft GPA

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